Unternehmen konzentrieren sich heute darauf, ihren IT-Betrieb zu modernisieren. Einer der Wege dorthin sind Container-Technologien, die sowohl die Erstellung als auch die Bereitstellung von Software erleichtern. Gartner schätzt, dass bis 2022 mehr als 75 Prozent der Unternehmen containerisierte Anwendungen in Produktion haben werden. Bis 2023 wird der Markt für Container-Technologien auf 5,5 Milliarden US-Dollar geschätzt und bis 2025 soll er auf 8 Milliarden US-Dollar ansteigen.

IT-Modernisierung, Transformation und neue Initiativen zur Anwendungsentwicklung mit einem Cloud-nativen Ansatz unter Verwendung von Microservices sind hervorragende Kandidaten für die Containerisierung. Da die Nutzung der Technologie in der Entwicklergemeinschaft zunimmt, teilt Shankar Kambhampaty, ein DXC Technology Distinguished Architect und Chief Technology Officer für ein globales Versicherungskonto, seine Gedanken zu Containern mit.

 

F: DevOps und Containerisierung werden als Möglichkeit zur Verbesserung der Produktivität und der Software-Einführungszeit miteinander verbunden. Wie können Entwickler das auf die nächste Stufe heben?

A: Eine neue Methode des Workflows namens GitOps gewinnt an Popularität. Im Großen und Ganzen geht es dabei um Continuous Integration/Continuous Deployment (CI/CD)-Pipelines auf einer deklarativen Infrastruktur. Entwickler checken ihren Code in ein Git-Repository ein, und eine richtig konfigurierte CI/CD-Pipeline erstellt automatisch die Container-Images und veröffentlicht sie in der Container-Registry. Der Entwickler legt über den Code fest, wie das endgültige Deployment aussehen soll, und die Container-Orchestrierungsplattform kümmert sich automatisch um das Deployment, die Vernetzung, die Skalierung und die Spiegelung der Container. Das beschleunigt den gesamten Prozess und verbessert die Produktivität.

 

F: Welche anderen Praktiken müssen Entwickler einbeziehen?

A: Die Containerisierung ist für viele Unternehmen Teil des digitalen Transformationsplans, daher ist es wichtig, die Ansätze dafür kontinuierlich zu verfeinern. Entwickler müssen dabei auf folgende Faktoren achten:

  • Anwendungs-Updates: Wenn die Bemühungen um die digitale Transformation zunehmen, müssen Unternehmen neu priorisieren, welche Anwendungen zuerst containerisiert werden sollen. Diejenigen Anwendungen, die auf Microservices basieren und Cloud-nativ sind, werden eine bessere digitale Transformation ermöglichen und sollten daher eine höhere Priorität erhalten.
  • Anwendungs-Portabilität: Gartner prognostiziert, dass 50 Prozent der containerisierten Workloads hybride Cloud-Umgebungen umfassen werden. Es ist zwingend erforderlich, die Portabilität von Anwendungen sowohl für hybride als auch für Multi-Cloud-Umgebungen zu ermöglichen, um eine Anbieterbindung zu vermeiden und agil zu bleiben.
  • Infrastruktur: In den meisten Fällen der digitalen Transformation ist die Containerisierung ein Vorspiel für die Cloud-Migration. In der Versicherungsbranche beispielsweise sind kundenorientierte Apps gute Kandidaten für die Containerisierung und Migration in die Public Cloud, da Skalierbarkeit und Verfügbarkeit für sie entscheidend sind. Eine Container-Infrastruktur wie Docker oder Kubernetes ist wichtig, um die Migration zu unterstützen.
  • Governance: Schulen Sie alle Entwickler in neuen Fähigkeiten und Prozessen, die für die Unterstützung sich entwickelnder Containerisierungsinitiativen entscheidend sind. Fähigkeiten in DevOps, Docker, Microservice-Design und Kubernetes sind grundlegend, andernfalls werden Projekte unweigerlich auf Stabilitätsprobleme und Verzögerungen stoßen.
  • Sicherheit: Mit dem zunehmenden Einsatz von Container-Technologien in kundenorientierten Cloud-Lösungen wird die Sicherheit noch wichtiger. Folgen Sie den CIS-Benchmarks (Kubernetes und Docker) und übernehmen Sie Container-spezifische Tools und Prozesse für Image-Scans und Schwachstellenmanagement.

 

F: Was sollten wir noch über die Zukunft der Containerisierung wissen?

A: Die Bereitstellung von Anwendungen auf schlanken Containern mit einem für Container optimierten Betriebssystem gibt den Containern mehr Rechenleistung und damit eine bessere Auslastung. Anbieter beginnen, extrem schlanke Linux-Betriebssysteme für Container-Implementierungen zu entwickeln. Ein solches für Container optimiertes Betriebssystem ist für geclusterte Bereitstellungen konzipiert und bietet Automatisierung, Sicherheit und Skalierbarkeit für die meisten kritischen Anwendungen. Durch das Entfernen unnötiger Bibliotheken und Dienste werden auch die Anforderungen für Sicherheitspatches und andere Wartungsarbeiten reduziert.

Ein weiterer aufkommender Anwendungsfall für Container wird die zunehmende Bereitstellung von Anwendungen am Rand des Netzwerks sein. Container sind leicht und haben einen sehr geringen Platzbedarf, was sie ideal für die Ausführung auf Edge-Geräten macht. Ein wichtiger Bestandteil der Containerisierung am Netzwerkrand ist die Ausführung von abgespeckten Versionen von Kubernetes – wie KubeEdge und K3s – zur Orchestrierung und Planung von Ressourcen.

Wie Sie sehen können, werden Container eine wertvolle Rolle in der Infrastruktur der nächsten Generation spielen. Entwickler können sich auf jede Menge freuen!