F: Welche Bedeutung hat die digitale Transformation aktuell bei Shell?

A: In gewisser Weise waren wir schon immer digital, wir haben Daten gesammelt und dann versucht, diese zu deuten, sei es für unsere traditionellen seismischen Forschungsaktivitäten oder für den Betrieb unserer Anlagen. Wir sind gewohnt Daten zu erfassen, sie zu verarbeiten und daraus Erkenntnisse zu gewinnen, die uns bei unserer geschäftlichen Tätigkeit hilfreich sind. Angesichts des technologischen Fortschritts ist die Einsicht, dass die Digitalisierung zukünftig eine entscheidende Rolle spielen wird, allerdings noch klarer. Es gibt einige Themen, die für diese Entwicklung maßgeblich sind, und eines davon ist Agilität. Bereiche, in denen die Digitalisierung zu einem Paradigmenwechsel führt, sind Geschwindigkeit und Einfachheit. Die Geschwindigkeit von Geschäftsprozessen nimmt zu, ebenso wie der Wunsch nach dieser Geschwindigkeit, und so sehen sich die Unternehmen genötigt, darauf zu reagieren.

Ein weiterer Antriebsfaktor für die Digitalisierung ist das vermehrte Bewusstsein darüber, wie sich Daten zu Verbesserung der Geschäftsergebnisse nutzen lassen. Wie schon gesagt, unsere Branche verfügt traditionell über große Mengen an Daten, aber diese Daten wurden von den Unternehmen nicht immer als Vermögenswert betrachtet. Das ändert sich in dem Maße, in dem ihnen klar wird, dass Daten der Schlüssel für eine erfolgreiche Digitalisierung sind.

Darüber hinaus suchen wir nach Möglichkeiten, um effizienter zu werden und so mehr aus unseren Ressourcen zu machen. Ein Beispiel für diese Herangehensweise, die sich auch positiv auf die Erfahrungen unserer Kunden auswirken sollte, sind unsere neuen digitalen Funktionen für die Schadensmeldung, die die Qualität und Geschwindigkeit der Bearbeitung von Schadensfällen verbessern und Kosteneinsparungen bei der Schadensregulierung ermöglichen. Das kommt den Kunden zugute, da wir so Schäden schneller begleichen und mehr Zeit mit Kunden verbringen können, die diese Art von personalisiertem Support benötigen.

 

F: Wie koordinieren Sie die digitale Strategie von Shell angesichts der zahlreichen Führungskräfte und Abteilungen, die jeweils eine eigene Geschäftsstrategie verfolgen?

A: Das ist ein langer Weg. Shell ist ein renommiertes Unternehmen mit einer langen Tradition. Technik liegt uns im Blut, und das ist verbunden mit einem hohen Bewusstsein für Gesundheit, Sicherheit und die Umwelt. Wir sind uns auch der Risiken sehr bewusst. Wir verwenden lieber mehr Zeit darauf, die Dinge richtig zu machen und sicherzustellen, nur angemessene Risiken einzugehen, anstatt einfach nur schnell zu handeln. Ich würde also nicht sagen, dass das einzige Ziel einer Digitalisierung darin besteht, schneller zu werden.

Der erste Schritt bestand darin, Unternehmensführung und Managementebene damit vertraut zu machen, was Digitalisierung eigentlich ist und was sie kann. Wir haben ihnen Beispiele gezeigt, was andere Unternehmen getan haben, wie sie digitale Methoden genutzt haben, um bessere Geschäftsergebnisse zu erzielen. Danach haben wir eine bestimmte Governance eingeführt, um Experimente zu ermöglichen und die IT auf dem Laufenden zu halten. Jetzt sitzen wir zusammen am Tisch, um das weitere Vorgehen zu planen. Unsere Partnerschaft mit dem Business, die Ausarbeitung der digitalen Agenda und frühzeitige Erfolge sind von großer Bedeutung.

Lesen Sie das vollständige Interview, um zu erfahren, wie digitale Agilität Shell dabei hilft, umfangreiche Projekte erfolgreich durchzuführen und größeren Nutzen aus seinen großen Datenreserven zu ziehen.