Innovation ist unter Führungskräften zu einem beliebten Schlagwort geworden, aber es nützt wenig, wenn ein Unternehmen nicht wirklich weiß, wie es Innovation in der Praxis strategisch Schritt für Schritt umsetzen kann.

Unternehmen, die eine Innovationskultur schaffen wollen, müssen einen Bottom-up-Ansatz entwickeln, bei dem die Teammitglieder des Geschäftsbereichs kontinuierlich Ideen für Verbesserungen im Unternehmen entwickeln. Arbeitgeber müssen ein offenes System etablieren, in dem alle Ideen willkommen sind. Auch wenn die meisten Ideen am Ende nicht umgesetzt werden, gibt es immer wieder wertvolle Beiträge.

Aufgrund unserer Erfahrung mit der Durchführung derartiger Innovationsprogramme identifizieren wir Herausforderungen oder problematische Aspekte einer Kampagne. Dann folgt eine Phase der Ideenfindung, die eine möglichst große Zahl von Feiertagen umfasst, in der Regel von Anfang Oktober bis Ende Dezember.

Nach der Ideenfindungsphase führen wir über mehrere Monate eine dreiphasige Überprüfung der eingereichten Ideen durch, wobei die endgültigen Gewinner von der wichtigsten Interessengruppe – entweder einem Team aus leitenden Mitarbeitern oder vorzugsweise Kunden – bestimmt werden.

Die Auszeichnungen werden im Rahmen einer besonderen Zeremonie an einem geeigneten Ort verliehen, idealerweise durch den Kunden oder die ranghöchste interne Interessengruppe. Der Kreis schließt sich mit einer Durchführbarkeitsanalyse, einer Auswahl und Investition und der Überwachung und Umsetzung der ausgewählten Ideen als Projekte.

Ideen mit großer Wirkung brauchen Zeit, um sich zu entwickeln. Es ist zwar häufig möglich, Innovationsprogramme vierteljährlich durchzuführen, doch empfiehlt es sich für größere Projekte mehr Zeit einzuplanen – jährliche Programme können auch äußerst effektiv sein. Einen beträchtlichen Geldpreis (zusätzlich zum Monatsgehalt des Gewinners) anzubieten kann gute Ideen nach sich ziehen, aber nicht jeder lässt sich durch eine finanzielle Belohnung motivieren. Manchmal sind die Menschen allein durch die Aufmerksamkeit und Anerkennung von Kollegen zur Teilnahme motiviert.

Nach der Preisverleihung dürfen die letzten 10 bis 15 Gewinner ihre Ideen vor einem Publikum aus den wichtigsten Interessengruppen präsentieren. Ob ein derartiges Programm erfolgreich ist, hängt zum großen Teil davon ab, ob alle Interessengruppen beteiligt sind – und das auf allen Ebenen und in allen Phasen des Programms. Nach unserer Erfahrung beginnen die Kunden (die wichtigsten Stakeholder) sich erst dann aktiv zu beteiligen, wenn sie sehen, welche positive Auswirkungen diese Ideen auf ihr Unternehmen haben können.

So haben beispielsweise einige an der Basis tätige Mitarbeiter kürzlich ein wiederverwendbares, automatisiertes System zur Fehleranalyse vorgeschlagen. Sollte diese Idee umgesetzt werden, könnte die für die Behebung erkannter Fehler erforderliche Zeit von einer Woche auf 24 Stunden reduziert werden. Derartige Ideen werden bei den Stakeholdern sicher auf Interesse stoßen. Und niemand außer den Menschen vor Ort kann sehen, welche Details erforderlich sind, um signifikante Veränderungen wie diese erfolgreich umzusetzen.

All diese positiven Vorteile können Sie auch in Ihrem Unternehmen erreichen, doch dazu brauchen Sie einen Plan. Hier ist eine Checkliste mit Fragen, die bei der Ausarbeitung eines Innovationsprogramms zu stellen sind:

1. Haben Sie Probleme/Herausforderungen identifiziert, die Sie angehen möchten? Wurden diese überprüft und als allgemeinere Kategorien und Themen formuliert?

2. Haben Sie alle Interessengruppen einbezogen? Haben Sie Ideen aus den verschiedenen Gruppen/Teams gesammelt, um im Sinne des Wettbewerbs die größtmögliche Anzahl an neuen Ideen zu liefern?

3. Investiert der Kunde in das Programm?

4. Und schließlich, wie plant der Kunde die Ideen in seine Organisation einzubringen?

Das eigentlich Wertvolle sind die neuen Ideen, die die ersten Prüfungen bestehen, umgesetzt werden und greifbare Ergebnisse wie Kosteneinsparungen durch Automatisierung, Prozessverbesserungen oder neue Geschäftsmöglichkeiten liefern.

Dies ist ein erfolgreicher Ansatz, bei dem auch nicht quantifizierbare Vorteile Berücksichtigung finden. Hierbei wird die Sichtbarkeit einzelner Personen gestärkt und ein äußerst positives Erlebnis ermöglicht. Teamleiter können während der regulären Arbeitszeiten für angenehme Abwechslung sorgen. Durch das Einholen von Mitarbeiterideen an der Basis, können Sie ein Programm zur kontinuierlichen Verbesserung entwickeln, das Innovation mit den unternehmerischen Zielen der digitalen Transformation verknüpft. Wir haben das bereits bei so vielen Unternehmen erlebt, dass es keinen Grund gibt, warum es bei Ihrem Unternehmen nicht funktionieren sollte.

Weitere Anregungen zur Schaffung und Führung einer Innovationskultur finden Sie in diesen Fragen & Antworten: Tech entrepreneur Josh Linkner on liberating innovation.