Der Erfolg des antiken Roms hatte mehrere Faktoren, doch ein ganz wesentlicher war die Schaffung einer Infrastruktur in Form von Straßennetzen, die sich fast über die ganze Welt erstreckten und ihren Legionen ein zügiges Vorrücken sowie eine zuverlässige Versorgung ermöglichte. Daher das Sprichwort: „Alle Wege führen nach Rom“. Es wäre schön, wenn das auch auf die Legacy Migration zuträfe – das tut es aber nicht!

Wenn Rom den wirtschaftlichen Erfolg (Skalierung) nach einer Legacy Migration symbolisiert, dann entspricht die Legacy Migration in die Cloud in etwa den römischen Straßen. Viele davon können zum Erfolg führen, einige jedoch auch in eine Sackgasse. IT-Dienstleister verfügen über die nötige Erfahrung, um den richtigen Weg in die Cloud für Ihr Unternehmen zu wählen und Sie während der Reise zu belgeiten – doch ist das wirklich ausreichend, um den Erfolg zu garantieren?

Ob Sie eine Reise oder eine Wanderung gesund und munter zum Ziel führt, liegt vor allem an Ihrer Planung. Diese beinhaltet nicht nur die Reiseroute mit ihren einzelnen Phasen und Check-Points, sondern vor allem die Kenntnis Ihrer Stärken und Schwächen – Sie müssen in der Lage sein sich selbst richtig einzuschätzen. So ist es bei einer langen Wanderung und ebenso bei der Legacy Migration. Die Selbsteinschätzung ganz und gar einem externen Dienstleister zu überlassen, ist zwar komfortabel, führt jedoch in den seltensten Fällen zu einer idealen Umsetzung in Ihrem Sinne. Schließlich kennt niemand besser die eigenen Gegebenheiten, Bedürfnisse und angestrebten Ziele als Sie selbst.

 

Erkenne dich selbst

Bevor ein Unternehmen überhaupt in der Lage ist, den richtigen IT-Dienstleister für seine Legacy Migration zu beauftragen, muss es sich selbst erkennen. Das mag banal klingen, doch so selbstverständlich wie es sich anhört ist es nicht. Über Jahrzehnte gewachsene Unternehmen haben häufig eine Vielzahl von Prozessen und Arbeitsabläufen, die zum Teil auf unterschiedlichen und nicht kompatiblen Betriebssystemen ausgeführt werden – ganz nach dem Motto „never change a running system“. Hier gilt es zunächst Ordnung zu schaffen! Beurteilen Sie jeden Geschäftsprozess und jeden Arbeitsablauf hinsichtlich seines Beitrages zur Wertschöpfung und sortieren Sie jene aus, die keinen signifikanten Einfluss auf Ihr Geschäftsergebnis haben. Indem Sie diese von der Migration ausschließen, können Sie bereits hier Zeit und Kosten einsparen. Ebenso müssen Sie der Datenfrage auf den Grund gehen. Auf welchen Servern befinden sich Ihre Daten, sind sie qualitativ aufbereitet und kompatibel, welches Format haben sie? Welche Daten sind geschäftskritisch und müssen gegebenenfalls auf einem On-Premises Server geschützt und welche können auf eine Public Cloud verschoben werden?

Erst nach dieser gründlichen Untersuchung können Sie zielführende Verhandlungen mit einem IT-Dienstleister führen.

 

Standard Offering oder Tailoring

Der wichtigste Faktor bei der Wahl Ihres IT-Dienstleisters ist Ihre eigene Größe und die Branche, in der Sie tätig sind. Ob Sie ein mittelständisches Handwerksunternehmen oder ein industrieller Fertigungskonzern sind, entscheidet über Ihre Attraktivität als Kunde. Große IT-Dienstleister, die über eine enorme Erfahrung verfügen und auf ein weitverzweigtes Partnerökosystem zurückgreifen können, sind ebenso wie Sie gezwungen knapp zu kalkulieren, um rentabel zu sein. Bei durchschnittlichen Margen von zwei bis drei Prozent gelingt profitabel zu wirtschaften nur, wenn Standardlösungen einer möglichst großen Masse verkauft werden. Feststeht jedoch, dass diese vor allem auf die Bedürfnisse großer Konzerne zugeschnitten sind und für kleinere Unternehmen zum Teil unnötige Aspekte beinhalten, die den Migrationsprozess verlangsamen und somit kostspieliger machen können.

Da immer mehr mittelständische Unternehmen in die Public Cloud migrieren möchten und Großkonzerne gleichzeitig einen Vendor-Lock-In zu vermeiden suchen, werden große Migrationsprojekte immer häufiger auf verschiedene Anbieter portioniert. Der eine Dienstleister ist beispielsweise für die Individualanwendungen zuständig und der andere für die Standardanwendungen. Dadurch erhoffen sich die Unternehmen in kein Abhängigkeitsverhältnis zu geraten und wollen damit ihre Flexibilität wahren. Bei dieser Herangehensweise kann es bei auftretenden Problemen (vernetzte Systeme) jedoch passieren, dass aufgrund der fehlenden oder unzureichenden übergeordneten Orchestrierung die Verantwortlichkeiten untereinander hin- und hergeschoben werden und keiner sich für auftretende Probleme verantwortlich fühlt.

Hierzu gilt es eine entsprechende Steuerungseinheit aufzubauen, die „den besten Weg nach Rom“ definiert und von den Dienstleistern einfordert. Dies gelingt mit einem maßgeschneiderten Migrationsplan am besten – jedoch bieten große IT-Dienstleister diesen Service recht selten an, da er zeit- und kostenintensiv ist. Solch ein Tailoring sollten beim Dienstleiter sogenannte „dedicated Resources“ durchführen, die einzig und allein für einen bestimmten Kunden abbestellt werden – das treibt allerdings die Kosten in die Höhe und erschwert eben den Kunden, die diesen Service suchen, diesen zu finanzieren.

So bleibt mittelständischen Unternehmen nichts anderes übrig, als mit dem IT-Dienstleister gut zu verhandeln und sich ein zumindest leicht angepasstes Standardoffering zu sichern, dass die wichtigsten Services beinhaltet.