Wie geht Ihr Unternehmen mit dem ständig schneller voranschreitendem Wandel um? Besteht ein Schwerpunkt auf agiler Transformation? Haben Sie Agile-Coaches eingestellt? Gibt es in Ihren technischen Teams neue Tätigkeitsbeschreibungen (z. B. Scrum Master, Product Owner, Storyteller usw.)? Die Realität erfordert von den Unternehmen ein schnelleres Tempo. Aber einfach das Modell von Spotify mit seinen Tribes, Squads und Guilds zu übernehmen, führt nicht automatisch zu einem agilen Unternehmen, das eine Investitionsrendite einbringt.

Sie müssen Ihre eigene Version von Unternehmensagilität entwickeln. Dabei geht es für Sie und Ihre Teams nicht darum, bestimmte Punkte einfach abzuhaken. Es geht darum, schneller neue Punkte zu schaffen, die die Mission Ihres Unternehmens direkt widerspiegeln. Dies erfordert das Einbringen von Agilität und Fluidität in die operativen Prozesse, indem Sie innovative Anwendungsfälle bereitstellen, die den Appetit des Marktes auf neue Erfahrungen, Produkte und Dienstleistungen in großem Maßstab befriedigen.

Das Prinzip der kontinuierlichen Innovation ist zu einem Standard für Unternehmen unterschiedlicher Branchen geworden, die durch den Aufbau neuer Kernkompetenzen wettbewerbsfähig bleiben und sich gleichzeitig auf Innovation konzentrieren wollen.

 

Das Prinzip der kontinuierlichen Innovation

 

Kontinuierliche Innovation

Phase 1: Ideenfindung

In den letzten Jahren wurden verschiedene Methoden zur Ideenfindung eingeführt, um relevante Ideen zu identifizieren, zu priorisieren und herauszuarbeiten. Design Thinking (zur praktischen, kreativen Problemlösung), Value-Stream Mapping bzw. Wertstromanalyse (zur Analyse des aktuellen Zustands und zum Entwurf eines bevorzugten zukünftigen Zustands) und Journey Mapping (zum Verständnis des Interaktionsflusses und möglicher Berührungspunkte) können den Ideenfindungsprozess unterstützen.

Letztendlich sollte der Ideenfindungsprozess einem Unternehmen helfen, ein Problem zu formulieren und ein Wertversprechen zu definieren, das das Problem angeht, ebenso wie mögliche funktionierende Lösungen für dieses Problem zu finden.

 

Phase 2: Inkubation

In der Inkubationsphase geht es darum, eine Light-Version der Lösung zu entwickeln, um diese in einer realen Umgebung zu testen. Erst wenn die Lösung nachweislich hält was sie verspricht, sind weitere Investitionen angeraten, um sie möglicherweise im gesamten Unternehmen zu skalieren.

In dieser Phase wird die erste Version einer Lösung häufig als Prototyp oder Produkt mit minimalem Funktionsumfang (Minimum Viable Product, MVP) bezeichnet. Das MVP ist das Ergebnis mit dem geringsten Investitionsaufwand, der erforderlich ist, damit eine bestimmte Zielgruppe die Lösung ausprobieren kann. Das MVP wird wahrscheinlich scheitern; wenn es also das Problem, für das es konzipiert wurde, nicht lösen kann, wäre es nicht sinnvoll, eine signifikante Summe zu investieren. Darüber hinaus bietet das MVP nur einen sehr begrenzten Funktionsumfang und sollte nicht an irgendwelche Informationssysteme angeschlossen sein. Manchmal kann ein MVP so einfach sein wie ein Drahtgittermodell für Informationen oder ein Schnittstellendesign in Form eines Mock-ups.

 

Phase 3: Implementierung

Sobald ein erfolgreiches MVP identifiziert und vom Kunden (sei er intern oder extern) als funktionierende Problemlösung akzeptiert wurde, wechselt es in die Implementierungsphase. Wichtigstes Ziel dieser Phase ist das sogenannte „Growth Hacking“. Dabei geht es darum, die Lösung zu optimieren und zugleich den dafür in Frage kommenden Kundenstamm zu skalieren.

In der Implementierungsphase bleiben die meisten Unternehmen im Innovationsprozess stecken, da sie Schwierigkeiten haben, die identifizierten Anwendungsfälle im gesamten Unternehmen auszuführen. Damit stecken sie im Grunde in der Wirksamkeitsnachweisfalle, und die einzige Möglichkeit, sich daraus zu befreien, besteht darin, die Denk- und Arbeitsweise im Unternehmen zu ändern, um die Agilität unternehmensübergreifend zu erhöhen und die Mitarbeiter zu befähigen, sich dem Gebot der Stunde anzupassen.

 

Wir scheitern nicht. Wir verbessern uns ständig.

Viele große Unternehmen (nicht nur die Spotifys dieser Welt) entwickeln ihre Produkte und Services bereits über die Zusammenarbeit selbstorganisierter, funktionsübergreifender Teams im Rahmen des Prinzips der kontinuierlichen Innovation. Ein entscheidendes Element bei diesem Übergang zur Agilität ist eine geänderte Wahrnehmung des Scheiterns. Das Agile-Prinzip beruht auf kurzen Entwicklungszyklen, die iterative technische Funktionen über sogenannte Sprints bereitstellen, anstatt nur das Endresultat eines mehrjährigen Transformationsprojekts zu verwenden. Bei diesen Sprints gilt Scheitern als Gelegenheit, Fähigkeiten zu „verlernen“, „umzulernen“ und „aufzurüsten“, um unter den neuen Marktbedingungen relevant zu bleiben.

Tatsache ist, dass in Zukunft die Art und Weise, wie Sie mit Misserfolgen umgehen, das Geheimnis Ihres Erfolgs sein wird. Unternehmen, denen es gelingt, einen angemessenen Rahmen für das Scheitern auf der Ebene von Funktionen, Produkten oder Geschäftsbereichen zu schaffen, werden den Standard für Unternehmensagilität im digitalen Zeitalter setzen.

Dieser Artikel ist im Rahmen der IDC-Reihe „Your pathway to digital success“ erschienen, die Wirtschaftsführern Anregungen liefern soll, wie sie gängige Probleme bei der Entwicklung ihrer Unternehmen überwinden können.