Unternehmen sind begierig darauf, das Versprechen der Hybrid Cloud zu nutzen, doch gibt es eine ganze Reihe von Herausforderungen, darunter Integration, Sicherheit und technische Schulden. In diesen Fragen und Antworten erläutert Jim Miller, Vice President und Chief Technology Officer für Cloud- und Plattform-Services bei DXC Technology, wo genau die Herausforderungen liegen und mit welchen Best Practices sie sich bewältigen lassen.

F: Was hat Hybrid Cloud zu einem ernsthaften Hindernis für Unternehmen gemacht, die ihre IT in großem Umfang modernisieren wollen?
A: Die Integration der herkömmlichen Umgebung mit Cloud- oder digitalen Umgebungen hat sich als sehr schwierig erwiesen. Zahlreiche CIOs und Unternehmen mussten feststellen, dass ihre Umgebungen aktuell nach einem isolierten „Stovepipe“-Modell organisiert und nicht integriert sind. Unternehmen können aus ihnen erst dann den erforderlichen Nutzen ziehen, wenn sie integriert werden – und diese Integration kann problematisch sein.
Ein Problem besteht in der Datenarchitektur, da die Rechenleistung auf lokale und Cloud-Umgebungen verteilt ist. Viele der Datenspeicher sind seit vielen Jahren vorhanden, und der Neuaufbau ihrer Architektur hat sich als schwierig erwiesen.
Ein weiteres Problem ist, dass vielen Unternehmen eine API-Strategie fehlt. Sie haben im Laufe der Jahre eine Punkt-zu-Punkt-Integration durchgeführt, aber das funktioniert bei der Integration traditioneller und Cloud-Umgebungen nicht so gut. Eine API-Strategie kann ein Anknüpfungspunkt zur Öffnung der Daten, ihrer Verarbeitung und zur Beschleunigung der Integration sein.
Eine weitere Herausforderung ist die Komplexität aufgrund der unterschiedlichen Standorte von Benutzern, Rechenzentren und Cloud-Anbietern. Sie müssen das alles über eine Netzwerkstruktur verbinden, die es ermöglicht, die gewünschten Geschäftsergebnisse zu erzielen.

F: Wie sieht es mit der Cloud-Sicherheit aus? Gilt diese auch in den heutigen Hybrid-Cloud-Umgebungen noch als Risiko?
A: Ja, die Sicherheit wird meist als Risiko wahrgenommen. In diesem Bereich gab es sowohl in der Cloud-Umgebung als auch in integrierten hybriden Umgebungen einige Fortschritte. Vielen CIOs ist jedoch nicht klar, wie sie mit diesen wahrgenommenen Risiken umgehen sollen. So verhindert beispielsweise das Risiko, dass die Dinge einfach zu lange dauern könnten – die Belastung und Einbindung von Ressourcen bei einer umfassenden IT-Modernisierung –, dass sie diese Ressourcen für andere kritische Geschäftsfunktionen nutzen.

F: Sind technische Schulden für Unternehmen, die auf die hybride Cloud umsteigen wollen, ein Problem?
A: Ja, und zwar in allen Bereichen. Wenn Sie nicht gerade ein modernes Startup sind, das in der Cloud groß geworden ist, dann verfügen Sie sicher über eine beträchtliche Menge an technischen Schulden. In vielen Unternehmen gibt es Umgebungen, die nicht mehr unterstützt werden. Diese Umgebungen sind schon seit Jahren in Betrieb und enthalten wichtige Systeme und Daten.
Doch jeder Versuch, sie zu modernisieren, kann riskant sein, denn viele der Personen, die diese Umgebungen entwickelt haben, stehen nicht mehr zur Verfügung. Von daher kann es schwierig sein, Leute zu finden, die sich mit diesen Technologien noch auskennen. So gibt es beispielsweise Unternehmensumgebungen, in denen noch Windows 2008 und sogar Windows 2003 auf Servern und Windows 7 auf PCs ausgeführt werden.

F: Wie lauten die Best Practices für den Beginn der Hybrid Cloud Migration?
A: Zunächst sollten Sie bestimmen, was in die Cloud verlagert werden kann und auch, warum es in die Cloud verlagert werden sollte. Das Warum ist deshalb wichtig, weil Ihnen die Verlagerung in die Cloud allein nicht automatisch die digitale Grundlage verschafft, die Sie benötigen. Sie müssen nicht nur planen, was und wie, sondern auch warum Sie in die Cloud wechseln wollen.
Sobald die Planung steht und einige der Warums feststehen, können Sie die Aufgaben erstellen, die Ihnen helfen, dorthin zu gelangen. Dazu können gehören Public Cloud, Private Cloud, Anwendungsmodernisierung – die in verschiedenen Varianten erfolgen kann – sowie Datenmanagement und Datenarchitektur.

So haben wir beispielsweise mit einem großen, multinationalen Finanzinstitut zusammengearbeitet, das ein großes Anwendungsportfolio und hohe Supportkosten hatte. Es hätte das Unternehmen viele Monate gekostet, neue Umgebungen aufzubauen, um neue Funktionen für ihre Endbenutzer bereitzustellen. Wir haben ihnen geholfen, eine Grundlage zu schaffen, die sowohl Private- als auch Public-Cloud-Umgebungen umfasste und dann eine DevSecOps-Umgebung eingerichtet, damit sie neue Features und Funktionen schneller und mit höherer Qualität veröffentlichen konnten. Das Ergebnis: Mehr als 150 Anwendungen wurden in eine Cloud-Umgebung verlagert. Die Bereitstellung von IT-Ressourcen dauert nicht mehr Wochen, sondern nur noch Tage. Noch dazu kann das Unternehmen, das neue Funktionen bisher nur einige Male pro Jahr freigegeben hatte, diese jetzt sehr schnell und manchmal sogar wöchentlich veröffentlichen.
Weitere Informationen finden Sie im Whitepaper Use IT modernization to accelerate and scale business transformation.