Um Entscheidungen in Echtzeit treffen zu können, ist die heutige Geschäftswelt auf genaue Daten zu jeder Tag- und Nachtzeit angewiesen. In der Logistik sind detaillierte Informationen zu jedem Artikel während des gesamten Produktlebenszyklus von entscheidender Bedeutung. Diese Informationen helfen nicht nur bei der Rückverfolgung von Artikeln, sondern auch bei der Vorhersage von Engpässen, beim Management von Rückrufaktionen und sie verbessern den Kundensupport, da Sie immer über den exakten Artikelstatus informiert sind.

Lieferkettensysteme, die schnell nützliche Daten liefern, bieten erhebliche Vorteile. Wenn ein Unternehmen genau weiß, wie sich ein Produkt durch seinen Lebenszyklus bewegt, kann es Möglichkeiten erkennen, die Effizienz zu verbessern und Geld zu sparen. Die Telematikdaten von Lastwagen können beispielsweise helfen, den Weg, den ein Produkt von einem großen Distributionszentrum zu einem regionalen Lagerhaus zurücklegt, nachzuvollziehen sowie den Zustand des Fahrzeugs und die Fahrtzeit präzise aufzuzeigen.

Durch die Nutzung dieser Daten und deren Kopplung mit Informationen von Verkehrsdiensten können die Fahrer angewiesen werden, zu verschiedenen Tageszeiten unterschiedliche Routen zu fahren. Dadurch wird nicht nur die Fahrzeit potenziell verkürzt, sondern die Nutzer können auch nach schonenden Transportwegen suchen, die die Fahrzeuge weniger belasten und dadurch Wartungskosten sparen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die kraftstoffeffizientesten Straßen gewählt werden können. Letztendlich ermöglichen all diese Daten mit möglichst geringen Kosten optimale Lieferzeiten zu erzielen.

In den Vereinigten Staaten erfuhr der Zustelldienst United Parcel Service (UPS) anhand der Daten seiner Fahrzeuge, dass durch die Bevorzugung von Rechtskurven gegenüber Linkskurven, selbst wenn dies zu einer längeren Strecke führte, die Lieferzeiten und das Risiko von LKW-Kollisionen reduziert wurden. Es ging darum genügend Daten zu haben, um eine scheinbar kontraintuitive Entscheidung treffen zu können.

In Australien wurde der jüngste Fall eines Arbeiters, der Nadeln in die Früchte gesteckt hatte, schnell gelöst, da es möglich war, nicht nur den Betrieb zu ermitteln, der die Früchte anbaut, sondern auch – durch die Identifizierung der verunreinigten Transporte – zu ermitteln, welche Arbeiter zu diesem Zeitpunkt Schicht hatten. Dies führte zur raschen Festnahme des mutmaßlichen Täters.

Ein tiefes Verständnis der gesamten Lieferkette dient auch bedeutenden ethischen Überlegungen. In den letzten Jahren wurde die Produktion von Digitalgeräten auf den Prüfstand gestellt, da der Abbau der in diesen Produkten verwendeten Edel- und Seltenmetalle genau verfolgt wurde. Dies gibt den Verbrauchern die Gewissheit, dass die von ihnen gekauften Produkte nicht umweltschädlich sind und über Lieferanten bezogen wurden, die ethischen Ansprüchen genügen.

Die digital gesteuerte Logistik des 21. Jahrhunderts stützt sich auf mehrere Datenquellen und bietet die Möglichkeit, weitere hinzuzufügen. Dabei kann von bordeigenen Sensoren und Wetterberichten bis hin zu Informationen von externen Lieferanten alles einbezogen werden.

Im Gegensatz zu den Datenspeichern früherer Jahre macht die Vielzahl der Quellen eine strukturierte Ablage fast unmöglich. Stattdessen werden die Daten, ergänzt mit Metadaten, in einem Data Lake gespeichert. Diese Daten ermöglichen mit starken Analysewerkzeugen, die auf Algorithmen des maschinellen Lernens und künstlicher Intelligenz basieren, von einer nachträglichen Berichterstattung zu einem proaktiveren Modus überzugehen. Dadurch können Sie in Echtzeit auf die Ereignisse in der Lieferkette reagieren. Und dank der heute aufkommenden Werkzeuge sind diese Erkenntnisse für fast jeden zugänglich.

Die Umstellung auf diesen Modus der vorausschauenden Erkenntnis wird Unternehmen helfen, schneller auf veränderte Bedingungen reagieren zu können. Aber es handelt sich um einen Prozess, bei dem sowohl über den Ausgangspunkt als auch über das Endergebnis nachgedacht werden muss. Wenn letzteres recht weit entfernt zu sein scheint, sollten Sie an einigen Zwischenstationen halt machen und entscheiden, ob der Weg der richtige ist.

Wie bei jeder langen Reise brauchen Sie eine Karte. In diesem Fall stellt es das gewünschte Ergebnis Ihres Unternehmens dar. Ein guter Anfang ist die Suche nach Möglichkeiten, die manuelle Bearbeitung zu reduzieren. Neben der potenziellen Steigerung der Prozesseffizienz kann die Einführung von Automatisierung auch Daten produzieren, die zusätzliche Informationen über den Verlauf eines Prozesses liefern können.

Eine weitere wichtige Maßnahme während der Umstellung auf die digitale Logistik ist eine Überprüfung Ihrer Infrastruktur. Hindern Ihre derzeitigen Hard- und Software-Plattformen Sie am Vorankommen? Wenn ja, ist es an der Zeit, Alternativen in Betracht zu ziehen. Gibt es zum Beispiel die Möglichkeit auf eine cloudbasierte Plattform zu wechseln, die während des Transitionsprozesses zu moderneren Plattformen einige Funktionen übernehmen kann? Suchen Sie nach Möglichkeiten diejenigen Systeme zu ersetzen, die das Geschäft behindern.

Die Logistik des 21. Jahrhunderts wird Ihnen helfen auf Marktveränderungen schneller zu reagieren und die Kundenzufriedenheit zu verbessern, indem Kosten und End-to-End-Lieferzeiten reduziert werden. Niedrigere Kosten, höhere Rentabilität und größerer Nutzen für den Kunden sind auschlaggebende Faktoren, die Ihre Logistik ins 21. Jahrhundert führen.