Der allgegenwärtige Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen in der Wirtschaft – gepaart mit kollaborativen Systemen, internetvernetzten Teams und technisch versierten Geschäftsführern – signalisiert, dass wir dem nächsten Schritt der Produktivitätssteigerung näher kommen.

Dan Hushon, Chief Technology Officer bei DXC Technology, weist in seinem Bericht „2020 DXC Technology Trends“ darauf hin, dass Unternehmen auch weiterhin die Chancen der Technologie nutzen, um das Unternehmenswachstum zu fördern. DXCs CTOs aus Nord- und Mitteleuropa sprachen mit Thrive darüber, wie sich die Technologietrends 2020 auf die Region auswirken werden.

 

F: Was sind für Sie die wichtigsten Anregungen der 2020-DXC-Trends?

Portrait Wolfang HerbstWolfgang Herbst, CTO Nord- und Mitteleuropa: In der Wirtschaft ist der Wandel die neue Konstante. In den letzten Jahren lag der Schwerpunkt ganz auf der Nutzung disruptiver Technologien. Heute erleben wir die ersten großen Auswirkungen auf unsere Arbeitsweise und die Organisation unserer Geschäfte. Die steigende Wichtigkeit von kooperativem Arbeiten unter kontinuierlichem Wettbewerb ist das neue Paradigma, um in einer sich ständig verändernden Welt zu überleben.

 

Portrait Axel SzymanskiAxel Szymanski, CTO Deutschland: Das Einzige, was wir sicher wissen, ist, dass sich alles ständig verändert. Um in diesem Umfeld zu überleben und zu gedeihen, müssen sowohl Organisationen als auch Individuen eine flexible Denkweise annehmen. Das volle Potenzial innovativer Technologien werden zukünftig nur noch jene nutzen können, die bereit sind, auf agile Arbeitsmethoden umzusteigen und leistungsstarke Teams aufzubauen, in sie zu investieren und sie mit geschäftsorientierten Führungskräften zu unterstützen.

 

Portrait Per FoldagerPer Foldager, CTO Nordeuropa: Die Trends sind für viele Unternehmen eine Herausforderung. Jeder ist an den Vorteilen interessiert – sie werden aber hart arbeiten müssen, um positive Ergebnisse zu erzielen. Unternehmen müssen sich auf die Bildung von hochleistungsfähigen Teams konzentrieren, was der Aufstellung von leistungsstarken Sportteams sehr ähnlich ist. Sie müssen die notwendigen Vorbereitungen treffen, regelmäßig trainieren, eine klare Strategie festlegen und die richtigen Instrumente einsetzen, um ihre Fähigkeiten voll auszuschöpfen.

 

Portrait Lukas HatalaLukas Hatala, CTO Osteuropa: Die Wertsteigerung der Daten in den Ökosystemen ist der wichtigste Trend für Osteuropa. Unternehmen wollen ihre Geschäftstätigkeiten transformieren und sie in ein europäisches Daten-Ökosystem einbinden, um ihre Aktivitäten auf den EU-Markt auszuweiten. Allerdings fehlt der Region die technische Integration in den westeuropäischen Markt und die richtigen digitalen Fähigkeiten, die ihnen helfen könnten, von den europäischen Datenökosystemen zu profitieren.

 

Portrait Daniel SpithoutDaniel Spithout, CTO Niederlande: Unternehmen müssen die richtige Mentalität haben, um das Potenzial der digitalen Technologien effektiv zu nutzen. Damit dieser Wandlungsprozess gelingt, müssen sie flexibel und agil sein, die richtigen Fähigkeiten erwerben, und vor allem bereit sein, diese Technologien anzuwenden und von ihnen zu lernen.

 

Portrait Berry van der LingeA: Berry van der Linge, CTO Schweiz: Mit dem zunehmenden Einsatz neuer disruptiver Technologien ändern sich die Perspektiven und Unternehmen erkennen, wie sie mehr Nutzen aus den Technologien ziehen können. In Zukunft wird es wichtig sein, qualifizierte Mitarbeiter zu unterstützen und sie in die Lage zu versetzen, agile Arbeitsweisen und DevOps-Praktiken anzuwenden. Darüber hinaus ist eine klare Datenstrategie entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit, da gute Einsehbarkeit von Daten starke Vorteile sichert.

 

F: Wie werden diese Trends die Unternehmen und die zukünftigen Arbeitsweisen in Ihrer Region beeinflussen?

Herbst, CTO Nord- und Mitteleuropa: Wir sehen bereits den Einfluss der 2020-Trends in den traditionellen Branchen Mitteleuropas. Unternehmen, die einer Moonshot-Strategie folgen, flexibel und agil arbeiten, jeden Teil der Organisation auf eine digitale Transformation vorbereiten und ihre Mitarbeiter dabei unterstützen, neue digitale Fähigkeiten zu erlangen, werden weiterhin auf dem Markt erfolgreich sein.

 

Szymanski, CTO Deutschland: Nachdem KI einfache Einstiegsaufgaben übernommen hat, wird sie in den nächsten Jahren auf der Karriereleiter aufsteigen – und dabei den Faktor Mensch noch wichtiger machen. Bei der Arbeit am NCE Digital Transformation Center, das sich auf die Bereitstellung von Lösungen mit Hilfe agiler Arbeitsmethoden konzentriert, habe ich gesehen, wie viel Mehrwert Kunden von agilen, leistungsstarken Teams erhalten. Die Arbeitskräfte der Zukunft werden Hard- und Softskills in Einklang bringen und in Teams aus gemischten Experten arbeiten, die sich auf die Entwicklung von geschäftsorientierten Lösungen konzentrieren.

 

Foldager, CTO Nordeuropa: Der alleinige Einsatz neuester Technologien als Basis für Innovationen ist nicht die effektivste Strategie. Die Trends sind eine Gelegenheit, um sicherzustellen, dass Ihre Belegschaft über die richtige Mischung aus Querdenkern – Innovatoren, die mit neuen Technologien und Konzepten experimentieren – und Ausführenden – Menschen, die Pläne verfolgen und Lösungen für Geschäftsgewinne entwickeln – verfügt.

 

Hatala, CTO Osteuropa: Unternehmen in Osteuropa arbeiten bereits mit diesen Trends und integrieren sie in ihre Agenden. Unternehmen und Regierungen ernennen Chief Digitalization Officers, die sowohl starke Technologie- als auch Unternehmensführer sind. Alle wenden sich agilen Arbeitsmethoden zu und machen die Teams zu wahren Superstars, die die digitalen Agenden voranbringen.

 

Spithout, CTO Niederlande: Die gesamte Leistungsfähigkeit digitaler Arbeit und Technologien zu nutzen, sollte Teil der Gesamtstrategie eines Unternehmens sein. Obwohl die Unternehmen in den Niederlanden sehr innovativ sind, gehört Innovation noch immer nicht zu ihrer Unternehmens-DNA. Um intelligenter arbeiten und Technologien effektiver einsetzen zu können, müssen Business und IT miteinander verflochten sein und eine Einheit bilden. Damit Teams innovativ und wirkungsvoll sind, müssen sie eng zusammenarbeiten.

 

Van der Linge, CTO Schweiz: Die Einführung dieser Technologien und Arbeitsweisen ist für viele Unternehmen in unserer Region eine Herausforderung. Die Innovatoren setzen bereits disruptive Technologien ein, um die Produktivität zu steigern oder neue Geschäftsmodelle einzuführen, aber viele andere sind noch im Rückstand. Erfreulicherweise versteht jeder, dass entscheidende organisatorische Veränderungen notwendig sind, um die Einführung und Implementierung neuer Technologien in täglichen Arbeitsschritten zu fördern.

 

F: Wie helfen uns KI und maschinelles Lernen (ML) dem nächsten Schritt zum Wandel der Produktivität in der Geschäftswelt näher zu kommen?

 Herbst, CTO Nord- und Mitteleuropa: KI und ML werden die meisten Standardaufgaben in bestimmten Geschäftsbereichen automatisieren. Aber das ist nur der erste Schritt. Um das volle Potenzial auszuschöpfen, müssen Führungskräfte ihr Betriebsmodell ganzheitlich überdenken und den KI- und ML-Einsatz als Teil in einem umfassenden Change Management Prozess ansehen.

 

Szymanski, CTO Deutschland: KI und ML ermöglichen es uns, konkrete Geschäftsergebnisse innerhalb von Tagen oder Stunden zu liefern! Das Feedback der Anwender, das wir schneller denn je erhalten, ermöglicht es uns, die Lösung anzupassen oder sogar die Strategie zu überarbeiten und zu verbessern.

 

Foldager, CTO Nordeuropa: Es ist noch ein weiter Weg, bis KI und ML zu einer umfassenderen Steigerung der Produktivität führen können. Die Konzentration auf die richtigen Themen ist dabei unerlässlich. Die Steigerung der Produktivität wird vor allem dadurch gewährleistet, dass Arbeitsmethoden vereinfacht und unnötiger Aufwand vermieden wird. KI und ML könnten zur Klärung der Frage dienen, inwieweit die Schritte in verschiedenen Prozessen von Bedeutung sind, und helfen, unwichtige Aufgaben zu beseitigen und weniger wichtige zu automatisieren.

 

Hatala, CTO Osteuropa: KI ist die Brücke zwischen digitaler Transformation und kognitiver Revolution. Das Feld der kognitiven Revolution ist jedoch viel umfangreicher, und wenn wir dort ankommen, werden wir in der Lage sein, viele Prozesse und Dienste zu automatisieren und deren Effizienz zu steigern. In naher Zukunft werden Aktivitäten betreffend der Projektplanung und Prozessbewertung im Fokus stehen – davon versprechen wir uns Erkenntnisse, wie KI noch besser genutzt werden kann.

 

Spithout, CTO Niederlande: KI und ML sind nichts Neues. Die Neuerung besteht darin, dass diese Technologien einem breiteren Publikum zugänglich sind und sie diese zur Transformation von Unternehmen und öffentlichen Dienstleistungen nutzen können. Unternehmen, die KI in ihren Prozessen einsetzen wollen, sollten zunächst die Möglichkeiten und Grenzen dieser Technologien verstehen. Wenn Unternehmen in die Ausbildung und Befähigung von Teams zur kontrollierten KI-Anwendung investieren, können die Ergebnisse enorm sein.

 

Van der Linge, CTO Schweiz: Es ist wichtig die Bereiche zu identifizieren, in denen die Technologien KI, ML und Internet of Things strategische Verbesserungen in Ihrer Organisation bewirken können. Mit einer klaren Strategie können Sie diese Technologien effektiv implementieren und die besten Werkzeuge einsetzen, um die richtigen Daten zu analysieren, Algorithmen und Datenmodelle zu erstellen und sicherzugehen, dass sie nur die relevantesten Dateninformationen verwenden, um die Produktivität zu verbessern oder neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.