Experimente mit intelligenter Mobilität in europäischen Smart Cities zeigen die Bedeutung des Urban Sharing. In meinem Artikel über Oslo City Bike bin ich der Frage nachgegangen, wie sich mithilfe kleinster Transportmittel wie dem Fahrrad Lücken schließen lassen, um eine nahtlose Fortbewegung zu ermöglichen. Doch schon schlichtes Taxifahren oder Gehen erschließt – vorausgesetzt, die Daten zu den dazu unternommenen Schritten werden geteilt – neue Wertschöpfungspotenziale und schafft neue Ökosysteme rund um intelligente Mobilität.

Das französische Start-up WeWard hat eine mobile Anwendung entwickelt, die Geolokalisierungsdaten sichert und Nutzer für jeden ihrer Schritte, den sie teilen, belohnt. Nutzer erhalten für ihre Schrittdaten Belohnungen bzw. sogenannte „Wards“, die sie bei ihren täglichen Besorgungen in den entsprechenden Filialen eintauschen können, erklärt Yves Benchimol, Mitbegründer von WeWard.

„Benutzer gestatten uns die Nutzung ihrer Geolokalisierungs- und Schrittdaten, um ein Profil von ihnen zu erstellen und den in ihrer App angezeigten Point of Interest zu personalisieren“, so Benchimol. Die Nutzer könnten nicht nur ihre physischen Schritte überprüfen, erklärt er weiter, sondern erhielten auch Belohnungen für Schritte, die sie in einem „Point of Interest“ eines Partners von WeWard unternehmen.

„Unsere Partner im Einzelhandel interessieren sich für diese Kombination aus Geolokalisierungs- und Schrittdaten, denn damit können sie bestimmte Elemente eines Käuferprofils bestimmen, das ihnen vorher entgangen ist“, fügt er hinzu. „Dazu gehören auch Informationen, wo die Käufer leben und arbeiten, welches Verkehrsmittel sie für den Weg zur Arbeit nutzen und ob sie regelmäßig konkurrierende Geschäfte oder die Verkaufsstellen des jeweiligen Partners besuchen.“

Taxifahrten spielten auch eine Rolle bei der Schaffung weiterer verbundener und vernetzter Städte, so Safa Alkateb, Chief Executive Officer von Autocab. Er ist der Ansicht, dass die Taxibranche die auf Kundenfahrten gesammelten Daten nutzen könne, um sich ein Bild vom Fahrgastverhalten zu machen und so zur Innovation im Verkehrssektor beizutragen.

„Aus der Perspektive intelligenter Mobilität sind Taxidaten ein Beispiel dafür, wie das TaaS-Modell (Transport-as-a-Service) funktionieren wird“, sagt Alkateb. „In Zukunft wird unser vernetztes Verkehrssystem auf Daten basieren – es sind die Taxis, die diese Daten aktuell sammeln und jeden Tag Hunderte von personalisierten Fahrten durch unsere Städte machen.“

Algorithmen in der Cloud helfen Innovatoren in Daten aus Privat- und Geschäftsreisen Muster zu erkennen und intelligente Mobilität auf diese Weise Realität werden zu lassen. Cloud und künstliche Intelligenz (KI) helfen uns, Fahrgewohnheiten – wie, wann und wo wir reisen – besser zu verstehen. „Dies hilft uns, den Grundstein für die Fortbewegung innerhalb von Smart Cities zu legen“, so Alkateb.

Unabhängig davon, ob Daten über die Schritte Einzelner, über Taxi- oder Fahrradfahrten gesammelt werden, sind Informationen über ihre Ziele, Routen und Verkehrsmittel für den Einzelhandel, die Kommunen und andere Interessengruppen im städtischen Raum sehr wertvoll. Kommunen, Versicherungsunternehmen und Supermärkte sind potenzielle Partner, wenn es um intelligente Mobilität geht – und wenn die Bürger ihre Mobilitätsdaten freigeben können, profitieren alle davon.