Moderne Menschen und Unternehmen müssen intelligent und anpassungsfähig sein, um in den schnelllebigen Business-Ökosystemen von heute bestehen zu können. „Survival of the fittest“ gilt mehr denn je. Kreative Maßnahmen sind gefordert, um auf das ständig wechselnde Umfeld vorbereitet zu sein, und althergebrachtes Wissen muss angepasst werden, um in einer neuen Umgebung überleben und sogar wachsen zu können.

Die Geschichte von Dan Phelps, Chief Architect bei Travelex, wird daher sicher auf einige Resonanz stoßen. Der globale Devisenkonzern beschloss vor drei Jahren die Verlagerung in die Public Cloud, um an Größe, Agilität und Effizienz zu gewinnen und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Phelps kam zu einer Zeit zum Travelex-Team, als nicht geschäftskritische Backoffice-Systeme wie die der HR-Abteilung in die Public Cloud verlagert wurden. Wie Phelps sagt, blieben jedoch „alle Handelssysteme vor Ort in den Rechenzentren“. Angesichts des steigenden Wettbewerbsdrucks und der Tatsache, dass sich führende Finanzdienstleister wie J.P. Morgan für die Public Cloud entschieden hatten, erkannte Travelex jedoch, dass mehr Geschäftsbereiche verlagert werden mussten.
Phelps erinnert sich, wie das Unternehmen die Migration in die Public Cloud anging und Business Intelligence nutzte, um die notwendige Neuausrichtung zu unterstützen: „Als Public Cloud-Pilotprojekt haben wir eine ganz neue Zahlungslösung entwickelt und sind dabei bimodal vorgegangen: Wir haben aktuelle IT-Unternehmensrichtlinien genutzt (um Daten und Systeme in der Public Cloud im glelichen Governance-System zu behalten) und sie parallel zum herkömmlichen Betrieb für Altdaten und -systeme ausgeführt.“

Im Finanzdienstleistungssektor herrschen große Vorbehalte gegenüber der Public Cloud, und Phelps musste sich sehr ins Zeug legen, um einige festgefahrene Widerstände zu überwinden: „Was die öffentliche Cloud betrifft, musste ich damals bei der Geschäftsführung und dem Rest des Unternehmens echte Überzeugungsarbeit leisten. Zum Teil ist auch die Bezeichnung ‚Public Cloud‘ problematisch: Die Leute haben die Vorstellung, dass alles völlig öffentlich ist, machen sich Sorgen, dass jeder darauf zugreifen kann, und zweifeln daran, dass die Cloud an das Unternehmen und seine Kontrollanforderungen angepasst werden kann.“

Phelps brauchte ein halbes Jahr, um die Geschäftsführung zu überzeugen. Dass er schließlich das „Go“ erhielt, liegt auch daran, dass er eine bimodale Strategie verfolgte. Travelex entschied sich für einen bimodalen Ansatz, bei dem das digitale Team zunächst als Pionier fungierte und der Prozess dann für das restliche Unternehmen umgesetzt wurde. Die Hauptaufgabe von Phelps bestand in der Vermittlerrolle zwischen der digitalen Produktentwicklung und dem Rest von IT und Unternehmen.

Hilfreich war, dass Travelex auf seinem Weg in die Public Cloud nicht allein war, da Mitbewerber über ihre eigenen Erfahrungen sprachen und auch die Unterstützung durch die Finanzregulierungsbehörden für weiteren Schwung sorgte, räumt Phelps ein. Aber das Vertrauen in die eigene Business Intelligence der Bank in Form eines bimodalen Ansatzes war ein entscheidender Faktor für den erfolgreichen Weg zu einem neuen digitalen Modell.