Smarte Bots erobern die Weltwirtschaft. Das liegt nicht nur daran, dass Robotic Process Automation die Fachabteilungen entlastet, Kosten einspart und mehr Effizienz in die Unternehmen trägt. Mit RPA lassen sich auch Return-on-Investment-Traumwerte erzielen.

 

Robotic Process Automation (RPA) gehört zu den vielversprechendsten Rationalisierungs-Tools der Gegenwart. Im Rechnungswesen, im Einkauf und in der Personalverwaltung begann der Siegeszug der intelligenten Software-Module – inzwischen gibt es kaum noch einen IT-Bereich, in dem nicht zunehmend smarte Bots Routineaufgaben übernehmen und damit die Mitarbeiter von lästigen, repetitiven Tätigkeiten befreien. Oder wie es Leslie Willcocks, Professor für Technologiearbeit und Globalisierung an der London School of Economics, ausdrückt:  „RPA befreit uns von unserem inneren Roboter.“

 

RPA – von 0 auf 300 Milliarden

Wal-Mart, die Deutsche Bank, AT&T, Walgreens und American Express Travel sind nur einige namhafte Unternehmen, die RPA-Projekte vorantreiben.

Auch die führenden Marktforscher beobachten eine deutliche Zunahme von Robotic-Process-Automation-Projekten und eine entsprechende Marktentwicklung. Forrester etwa geht davon aus, dass bis 2021 über vier Millionen Bots im Einsatz sein werden. Der weltweite Markt für RPA würde damit praktisch „aus dem Stand“ von einem nicht vorhandenen Marktvolumen im Jahre 2016 auf über drei Milliarden Dollar anwachsen.

 

Die Analysten von Gartner sehen die Sache ähnlich optimistisch. Bis zum Jahr 2020 sollen demnach 40 Prozent der Großunternehmen Robotic Process Automation einsetzen. Das würde bedeuten, dass zu diesem Zeitpunkt rund zwei Drittel der heutigen Büroaufgaben von Bots übernommen werden. Aktuell setzen noch weniger als zehn Prozent der Großunternehmen RPA ein – wobei sich viele dieser Projekte noch in der Testphase befinden.

Etwas konservativer schätzt Gartner das Wachstum des Marktes für Robotic Process Automation ein: Bis 2020 soll es auf eine Milliarde Dollar anwachsen, schätzen die Analysten.

 

Ein Job für Robotic Process Automation

Die eklatanten Wachstumsaussichten fußen vor allem darauf, dass Robotic Process Automation immer neue Anwendungsfelder erschließen kann. So berichtet der Systemintegrator DXC von einem Helpdesk-Anwendungsfall bei einem Automobilhersteller aus Süddeutschland: RPA-Bots sind hier die erste „Kontaktperson“ und legen auch die entsprechenden Tickets an.

 

Tritt nun beispielsweise ein Problem mit einem Drucker auf, stellt der Bot zunächst Routinefragen, wie die nach der aufgetretenen Fehlermeldung, dem Druckertyp, dem Papiervorrat oder dem Druckmittel. Auf Grundlage der Antworten spricht der Bot schließlich Handlungsempfehlungen aus. Ist er in das Unternehmensnetz integriert, kann der Bot auch Remote-Checks anstoßen. Sollte das nicht klappen, kann er den Drucker im Netz neu starten und dann einen neuen Verbindungsversuch starten.

 

Ganz ähnliche Lösungen gibt es auch für anders geartete Helpdesk-Anfragen oder beispielsweise für Probleme im Bereich Filesharing.

„Diese Bots sind in der Lage nahezu alle Standard-IT-Probleme völlig selbstständig zu erkennen und zu fixen. Im letzten Jahr haben die RPA-Bots mehr Störfälle behoben, als alle anderen Helpdesks zusammen“, fasst Jürgen Laub, Head of Business Process Automation bei DXC, den RPA-Einsatz im Bereich IT-Management zusammen.

 

RPA treibt ROI

Der Einsatz von Robotic Process Automation beschleunigt viele Tasks, ersetzt teure und vor allem rar gesäte Fachkräfte und ist 24 Stunden und sieben Tage die Woche verfügbar. Erleichtert wird die Nutzung von RPA-Bots darüber hinaus durch neue Geschäftsmodelle – beispielsweise durch ein Cloud Deployment.

 

„Unsere Kunden sagen zu uns: ‚Wir wollen schneller, günstiger und mit weniger Mitarbeitern arbeiten‘. Und genau dann macht RPA viel Sinn“, verrät Fatmir Kqiku, Robotics- und Intelligent-Automation-Experte bei DXC.

 

Ein wesentlicher Faktor ist dabei auch, dass der Herstellungsaufwand für einen RPA-Bot angesichts seines erwarteten Nutzwertes zu vernachlässigen ist. Während Professor Willcocks davon ausgeht, dass Robotic Process Automation einen Return on Investment von 30 bis 200 Prozent im ersten Jahr generiert, schätzt DXC den wirtschaftlichen Nutzen von RPA-Projekten noch wesentlich höher ein:

 

„Nach unseren Erfahrungen ergibt sich bei der Einführung von RPA eine durchschnittliche ROI-Zeit von nur drei bis vier Monate – das entspricht 300 bis 400 Prozent“, erklärt Jürgen Laub.

 

Dieser Zahlenwert deckt sich im Wesentlichen mit den Untersuchungen der Everest Group, die ebenfalls von ROI-Werten von bis zu 400 Prozent berichtet.