Über Blockchain wird viel geredet und geschrieben. Dennoch wissen viele immer noch nicht so genau, was sich hinter diesem Begriff verbirgt. Häufig wird Blockchain irrtümlicherweise mit der digitalen Währung Bitcoin gleichgesetzt. Fünf Fragen und fünf Antworten zur Einführung in das komplexe Thema.

1. Was ist Blockchain?

Eine Blockchain (engl. Blockkette) ist eine dezentral organisierte Datenbank zur Verbuchung und Verbriefung von Eigentumsrechten. Die kryptografisch miteinander verketteten Datensätze (Blöcke) werden chronologisch geführt. Jeder Nutzer innerhalb des Netzwerks verwaltet eine Kopie der vollständigen Blockchain. Neue Blöcke werden im Konsensverfahren erstellt und an die Kette angehängt. Dadurch entsteht absolute Transparenz über die Historie sämtlicher Verbuchungen. Eventuelle Manipulationen entlang der Kette werden sofort sichtbar.

2. Wie hängen Bitcoin und Blockchain zusammen?

Beide hängen eng miteinander zusammen, sollten aber nicht verwechselt werden. Bitcoin ist eine Kryptowährung, die sich die Blockchain-Technologie zu Nutze macht. Sie ist die bekannteste Anwendung von Blockchain-Technologie. Anders als Standardwährungen wie Euro oder Dollar benötigt sie weder Bank noch Gesetzgeber. Die Anzahl der Währungseinheiten und -raten wird von den Teilnehmern im System festgelegt. Neben Bitcoin gibt es auch noch andere Währungen wie beispielsweise Ethereum, Hyperledger, Monero oder Stellar. Eine Liste mit über 100 Kryptowährungen mit und ohne Blockchain-Technologie ist bei Wikipedia zu finden.

3. Ist digitales Geld die einzige Anwendung für Blockchain?

Es gibt zahlreiche weitere Anwendungen für Blockchain, die für viele Bereiche der Industrie, des Gesundheitswesen und der öffentlichen Verwaltung interessant sind. Die Anwendungen machen sich die Eigenschaft von Blockchain als dezentralem, manipulationssicherem Informationsspeicher zu Nutze. In Verbindung mit intelligenten Verträgen (Smart Contracts), die sich in die Blockchain integrieren lassen, werden viele neue Anwendungen denkbar; beispielsweise flexible Verträge bei Versicherungen, die Durchführung und Dokumentation von Versteigerungen und Immobilienverkäufen oder im medizinischen Umfeld die Patientenverwaltung.

4. Gibt es außer Kryptowährung schon andere Anwendungen in der Praxis?

Viele Geschäftsmodelle sind noch in der Entwicklung oder Vision. Einige Anwendungen befinden sich bereits in der Erprobungsphase wie beispielsweise die Blockchain „Ownership Layer“ des Berliner Start-Up ascribe zum Abspeichern digitaler Werke.

Ein interessantes Projekt für das Transaktions- und Authentifizierungsverfahren an Ladestationen für Elektroautos erprobt derzeit der Energiekonzern RWE. Über Blockchain will das Unternehmen die Buchung von Ladestationen durch das Fahrzeug sowie die individuelle Berechnung und Bezahlung des Stromverbrauchs beim Ladevorgang organisieren.

Anwendungen im Umfeld des Supply Chain Managements bieten Unternehmen wie Factom und Skuchain an. Dabei geht es in erster Linie um einfache Verträge und kontinuierliches Tracking von Gütern. Güter in Containern werden auf einfache Weise an verschiedene Parteien übertragen, aufgeteilt oder neu verteilt.

5. In letzter Zeit hört man vermehrt von Diebstählen von digitalem Geld. Ist Blockchain überhaupt sicher?

Die Abläufe in der Blockchain werden auf Basis kryptografischer Verfahren protokolliert und sind dadurch manipulationssicher. Jeder Teilnehmer im Netz kann Veränderungen erkennen. Ein neuer Vorgang kann erst dann gestartet werden, wenn er nach den Regeln abgelaufen ist. Er wird damit zum neuen Block. Jeder vorausgegangene Block wird mitdokumentiert. „Blockchain ist vom Design her sicher“, schreibt DXC in einem Blog. Als Risiko stuft der Autor folgende Punkte ein:

  • Private Key Security: Der private Schlüssel ist die einzige Identitätskontrolle für den Zugang zur Kette. Dieser kann gestohlen, gehackt oder von jemandem widerrechtlich an sich gerissen werden.
  • Smart Contract: Intelligente Verträge werden programmiert und sind dadurch fehleranfällig.
  • Datenspeicherung und Vertraulichkeit in öffentlichen Strukturen: Die Transaktionen selbst sind zwar sicher, aber auch die dazugehörigen Informationen dürfen nur für die Eigner und autorisierte Personen sichtbar sein.

Unternehmen, die eine Blockchain-Anwendung initiieren wollen, sollten daher das Thema Sicherheit von Beginn an in das Projekt integrieren.