Wer frühzeitig auf den Digitalisierungszug aufspringt, erschließt sich bessere Marktchancen. Eine Studie offenbart aber auch, dass Anspruch und Wirklichkeit häufig noch auseinanderklaffen. So stagniert die Zahl der Unternehmen, die eine digitale Agenda haben, und auch mit dem Thema Sicherheit möchten sich die Verantwortlichen nicht im gebotenen Umfang beschäftigen.

Das Marktforschungsunternehmen Experton sieht die Digitalisierung als Top-Priorität auf der Agenda der CIOs für 2018. DXC sieht den Kampf um Mitarbeiter mit Digitalisierungskenntnissen als eine von sechs zentralen Aufgaben für das laufende Jahr. Und IDC prognostiziert, dass bis 2021 mindestens die Hälfte der globalen Wertschöpfung digitalisiert sein wird. „Für global agierende Firmen, die in der neuen digitalen Welt führend sein wollen, wird 2018 ein Entscheidungsjahr bei der Transformationsplanung, Vorbereitung und Ausführung sein“, bringt Dan Hushon, Senior Vice President und Chief Technology Officer, DXC Technology, die Entwicklung auf den Punkt.

Wer verpasst, auf den Digitalisierungszug aufzuspringen oder dies zu spät tut, den wird der Markt schon bald bestrafen. Denn von 500 in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Rahmen der DXC-Studie „Digitale Agenda 2020“ befragten Fach- und Führungskräften sagen jetzt schon 82 Prozent, dass die Digitalisierung den Markt ihrer Branche bereits verändert habe. Ein Jahr zuvor haben das erst 62 Prozent der Studienteilnehmer angenommen.

Trotz des Wissens um die Disruption der Märkte stagniert aber die Zahl der Unternehmen mit einer digitalen Agenda bei rund 50 Prozent. Und auch die Anzahl der „Totalverweigerer“, die keinen Plan für die Digitalisierung entwickeln, bleibt mit 15 Prozent im Vergleich zur Vorjahresumfrage konstant. „Für jene, die die Notwendigkeit der Digitalisierung erkannt haben, steigt allerdings der Digitalisierungsdruck. Sie wollen nun in kürzerer Zeit beginnen, als dies 2016 noch geplant war“, schreibt DXC-Manager Dr. Martin Eldracher im Vorwort zur Studie „Digitale Agenda 2020“. Damit spaltet sich laut Eldracher der Markt in zwei Gruppen mit denjenigen, die Chancen aktiv nutzen auf der einen und jenen, die die Digitalisierung für sich selbst nicht für relevant halten, auf der anderen Seite.

Das alte Sprichwort „sich regen bringt Segen“ gilt auch bei der Digitalisierung: „Erst wenn die Teams damit anfangen, sich die „virtuellen Hände schmutzig zu machen“ und Ideen in der Praxis auszuprobieren, lassen sich Erfolge verbuchen“, schreiben die Studienautoren. Bereits 34 Prozent der befragten Unternehmen berichten, dass sie mit der Digitalisierung Umsatz und Gewinn steigern konnten.

“Ein Warten auf den konkreten Schadensfall ist leichtsinnig”

Unternehmen, die sich bereits mit der Digitalisierung beschäftigen, formulieren eine klare digitale Agenda, deren fünf wichtigste Ziele sind:

  • Digitale Sicherheit verbessern
  • Prozessautomatisierung vorantreiben
  • Neue Erkenntnisse aus der Analyse von Daten gewinnen
  • Neue digitale Geschäftsmodelle entwickeln
  • Digitale Plattformen aufbauen, die die neuen Geschäftsmodelle unterstützen

Doch schon beim Top-Thema Security klaffen Anspruch und Wirklichkeit deutlich auseinander. Fast drei Viertel der Manager erkennt zwar an, dass IT-Sicherheit ein grundsätzlich wichtiges Thema sei, aber nur knapp die Hälfte ist der Meinung, dass man die digitale Sicherheit auch wirklich mit hoher Priorität in der strategischen Planung verankern müsse.

Diese sorglose Haltung halten die Studienautoren angesichts der fortschreitenden Vernetzung und der steigenden Bedrohung durch Cyber-Angriffe für sehr beunruhigend. „Der digitale Wandel in der Industrie erfordert ein neues Setup für die IT-Sicherheit. Hier gilt es insbesondere den Fertigungsbereich mit seinen Feldbussystemen einzuschließen, um die neuen Sicherheitsanforderungen zu erfüllen“, sagt Johannes Diemer, Industrie-4.0 Manager von DXC Technology. „Ein Warten auf den konkreten Schadensfall ist leichtsinnig“, fordert Diemer die Verantwortlichen zum Handeln auf.

Mehr Informationen zum Thema:

Die Umfrage „Digitale Agenda 2020“, die dieses Jahr zum dritten Mal durchgeführt wurde, steht hier zum Download bereit.

Auch den Bericht zur Umfrage „Industrie 4.0“ stellt DXC auf seiner Internetseite zum Download zur Verfügung.