Künstliche Intelligenz eröffnet der deutschen Industrie interessante Möglichkeiten. Deshalb werde der KI-Markt laut dem Beratungsunternehmen McKinsey bis 2030 jährlich um 25 Prozent wachsen. KI kommt in nahezu allen Branchen zum Einsatz.

Ein Blick auf den Markt für smarte Lautsprecher zeigt, wie künstliche Intelligenz (KI) die Produktentwicklung und den Verkaufserfolg beeinflussen kann: Laut dem Marktforschungsinstitut Strategic Analytics wurden im dritten Quartal 2017 weltweit 7,4 Millionen intelligente Lautsprecher verkauft – acht Mal mehr als im Vorjahreszeitraum. Die beiden Produkte Alexa von Amazon (66,9 Prozent Marktanteil) und Google Home (25,3 Prozent) dominieren diesen Markt.

Glaubt man den Analysten und Marktforschern, wirkt sich KI im industriellen Bereich ähnlich positiv aus. Das Beratungsunternehmen McKinsey bezeichnet KI sogar als „Wachstumsmotor für die deutsche Industrie“. Durch den Einsatz intelligenter Roboter und selbstlernender Computer könne das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands 2030 um vier Prozent oder 160 Milliarden Euro höher liegen als ohne KI-Einsatz. Der Markt für künstliche Intelligenz selbst wachse um jährlich 25 Prozent.

KI optimiert Fertigung, Geschäftsprozesse, Produkte und Services

Am Beispiel der Fertigungsindustrie führen die Berater aus, wie Unternehmen von der Entwicklung profitieren können. So lasse sich dank vorausschauender Wartung (Predictive Maintenance) die Anlagennutzung um 20 Prozent verbessern und die Produktivität einzelner Arbeitsschritte durch die gezielte Zusammenarbeit von Robotern und Mitarbeitern um 20 Prozent erhöhen. Außerdem könne die Qualitätsüberwachung beispielsweise durch automatische visuelle Fehlererkennung bei Produkten um 50 Prozent produktiver werden. In bestimmten Bereichen ließe sich der Ausschuss um bis zu 30 Prozent reduzieren. Positive Effekte seien außerdem bei den Geschäftsprozessen zu erzielen etwa mittels Optimierung der Lieferkette mit Hilfe künstlicher Intelligenz. Und bessere Verkaufsprognosen führten schließlich zu einer Senkung der Lagerhaltungskosten um bis zu 50 Prozent.

Branchenübergreifender Einsatz von KI

Von ähnlichen Skaleneffekten können viele Unternehmen profitieren. Wie weitreichend die Möglichkeiten sind, zeigt der Blick von DXC-Experten auf ausgewählte Geschäftsbereiche, die in einzelnen Beiträgen unter DXC-Blogs zusammengefasst zu finden sind.

  • Gesundheitswesen: Der DXC-Experte für Healthcare and Life Sciences in Australien und Neuseeland, David Paré (Chief Technology Officer), bezeichnet KI als wichtiges Werkzeug, das Ärzte bei ihrer Arbeit unterstützt. Angesichts der Menge unstrukturierter Daten im Gesundheitssystem wie ärztliche Notizen, Laborberichte, Entlassungspapiere und patientenspezifische Daten wie Risikofaktoren, Lebensweise und Alter, gebe es viele Möglichkeiten für den Einsatz von KI. Auch im Versicherungsbereich sieht der Autor ein großes Potenzial für KI, beispielsweise bei der Betrugserkennung und der Daten- beziehungsweise Rechnungsanalyse. Lesen Sie mehr dazu hier.
  • Reise- und Transportwesen: Jerry Overton, Data Scientist und Senior Principal bei der Analytics Group von DXC Technology, beschreibt, wie sich KI positiv auf den Fuhrpark, die Geschäftsentwicklung und das Thema Disruption in Zusammenhang mit den Erfahrungen der Reisenden auswirkt. Mehr dazu hier.
  • Verwaltung: In einem anderen, vielschichtigen Beitrag beschreibt Overton das Potenzial von KI, Abläufe in der öffentlichen Verwaltung zu optimieren und Lebensverhältnisse in Städten zu verbessern.
  • Mit den Differenzierungsmöglichkeiten durch KI in der Fertigung befasst sich dieser
  • Das Versicherungswesen lasse sich mit KI persönlicher, erschwinglicher und anpassungsfähiger gestalten, schreibt Overton hier.
  • Die Vorteile für das Bankwesen liegen laut diesem Blog in den Bereichen Vertrauen, Effizienz und persönliche Services als Differenzierungskriterium.
  • Im Bereich Personalwesen könne KI die Prozesse beschleunigen, die Kosten senken und das Auswahlverfahren verbessern, schreibt Annu Singh, Advisor bei DXC, hier.

Empfehlungen für Unternehmen

Aber noch stehen die Unternehmen beim Praxiseinsatz von KI ganz am Anfang der Entwicklung. Die meisten können sich weder auf Erfahrungswerte noch auf Erfolgsbeispiele stützen. Um auszuloten,  in welchen Bereichen der Einsatz von künstlicher Intelligenz sinnvoll ist, benötigen Unternehmen eine offene Debatte darüber, wie und an welcher Stelle Menschen und Maschinen zusammenarbeiten können. Damit sie die Chancen durch KI nicht verpassen, empfiehlt McKinsey folgende fünf Maßnahmen:

  • die Chancen der KI verstehen, für sich selber Pilotprojekte festlegen und dabei die Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen verlieren,
  • intern KI-Kompetenzen aufbauen, jedoch auch mit spezialisierten Drittanbietern zusammenarbeiten,
  • granulare Daten speichern, wo immer es geht – sie sind der Treibstoff für KI-Anwendungen,
  • bestehendes detailliertes Wissen über die eigenen Produkte und Fertigungsverfahren mit neuen KI-Lösungen kombinieren, kleine Tests schnell auf den Weg bringen; es sind keine riesigen Investitionen notwendig, aber ohne Agilität führt KI nicht zum Erfolg.